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Was und wofür ist die "Dunkelfeld-Vitalblutanalyse"?

Verantwortlicher Autor: Bianca Bell-Chambers Korschenbroich, 27.03.2015, 16:41 Uhr
Presse-Ressort von: Bianca Bell-Chambers (BBC) Bericht 10289x gelesen
Dunkelfeld-Vitalblutanalyse
Dunkelfeld-Vitalblutanalyse  Bild: Bianca Bell-Chambers

Korschenbroich [ENA] Um einem tierischen oder menschlichen Patienten schnell helfen zu können, sind Diagnoseverfahren notwendig, die umgehende Auswertungen liefern. Blut eignet sich aufgrund seiner Eigenschaften besonders, um Hinweise auf den gesundheitlichen Zustand eines Menschen oder Wirbeltieres zu erhalten.

Es ist eine Körperflüssigkeit, die aus roten und weißen Blutkörperchen, den Erythrozyten und Leukozyten und den Blutplättchen (Thrombozyten) besteht. Ein erwachsener Mensch hat ca. 5 - 6 Liter Blut im Körper. Knapp 50 Prozent machen die zellulären Bestandteile aus. Der restliche Anteil ist Blutplasma. Das Blut versorgt Gewebe und Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert giftiges Kohlenstoffdioxid (CO2) durch Gasaustausch ab. Darüber hinaus transportiert es Nährstoffe, Hormone und Abbauprodukte, dient der Immunabwehr, der Wärmeregulation des Körpers und des Wundverschlusses durch Gerinnung.

Das schulmedizinisch bekannte Blutbild ist eine Auflistung von definierten Blutbestandteilen. Diese werden mit festgelegten Standardwerten verglichen, die aus einem Querschnitt der Bevölkerung ermittelt wurden und als „normal“ gelten. Diese Normwerte haben in der Regel eine definierte Spannweite. Eine individuelle Betrachtungsweise erfolgt nur anhand überwiegend quantitativer Vergleiche zu diesen Normwerten. Lebewesen und deren Bestandteile sind bedingt vergleichbar, um allgemeine Aussagen zu treffen. Das herkömmliche Blutbild liefert tendenziöse Aussagen allgemeiner Art, die umso gewichtiger werden, je höher die Abweichung von der Norm ist.

Im Labor können spezielle und generelle Ergebnisse aufgrund unterschiedlicher Messtechnik von Labor zu Labor abweichen. Die ermittelten Werte orientieren sich daher an den festgelegten Werten des Labors und sind untereinander nicht immer vollständig vergleichbar. Wichtig ist daher, neben den gemessenen Werten auch die Normwerte des Labors zu erhalten. Das erleichtert den quantitativen Vergleich. Spezifische Aussagen lassen sich qualitativ vor allem bei einer individuellen Betrachtungsweise unter dem Labormikroskop treffen. Dazu wird das Blut auf den Objektärger aufgebracht, getrocknet und eingefärbt.

Anschließend wird das Blut auf auffällige Veränderungen, Anzeichen von Krankheiten und parasitären Befall untersucht. Bis der Patient eine Diagnose erhält, vergehen einige Tage. Ein frühzeitiger Therapiebeginn kann für die Entwicklung der Erkrankung und die Genesungsdauer entscheidend sein. Hier kann der Einsatz der Dunkelfeld-Vitalblutanalyse zeitnah entscheidende Hinweise liefern. Dazu wird beim Menschen aus der Fingerbeere oder aus dem Ohrläppchen Kapillarblut entnommen. Anders als bei der Laboruntersuchung des venösen Blutes bedarf es hier lediglich eines Tropfen Blutes. Das noch aktive Blut wird umgehend beobachtet. Da es keiner Einfärbung bedarf, werden natürliche Vorgänge und die Vitalität des Blutes nicht zerstört.

Im Gegensatz zum Hellfeldmikroskop durchleuchtet das Dunkelfeldmikroskop den Objektträger seitlich mit einer hellen Lichtquelle und stellt den Hintergrund dunkel dar. Beobachtete Objekte heben sich ähnlich wie bei einem Dia- oder Röntgenbild hell ab. Durch die Streuung des Lichtes werden die Strukturen sichtbar. Eine Einfärbung des Blutes ist dafür nicht notwendig. Der wesentliche Vorteil dieser Methode liegt darin, dass bis zur Eintrocknung lebende Zellen im Blut beobachtet werden können. Über einen längeren Zeitraum kann so der räumliche und zeitliche Zerfall der Zellen analysiert werden.

Im Körper transportieren die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) Sauerstoff aus der Lunge in Gewebe und Organe und tauschen diesen durch das Abfallprodukt des Stoffwechsels (CO2) aus. Das Kohlenstoffdioxid wird an die Lunge abgegeben und über die Atmung aus dem Körper ausgeschieden. Sie bilden den größten Anteil der zellulären Blutbestandteile und bestehen zu 10 Prozent aus Wasser, 30 Prozent aus Blutfarbstoff (Hämoglobin) und 60 % aus Eiweißen (Proteinen).

Erythrozyten haben eine beidseitig eingedellte Scheibenform. Unter dem Dunkelfeldmikroskop sehen sie aus wie rundliche Scheiben mit hellgelblichem Rand. Die eingedellte Form lässt sich teilweise an einer zentralen Aufhellung erkennen, die aussieht wie ein Kern, aber keiner ist. Störungen der Blutbildung wie Blutarmut (Anämie), Vitamin B-12-Mangel und Flüssigkeitsmangel lassen sich an der Größe, Form, Anordnung und Verteilung der Erythrozyten unter dem Dunkelfeld erkennen.

Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind zellulärer Bestandteil des Immunsystems. Die Blutzellen haben keinen Zellkern. Dadurch und durch den fehlenden Blutfarbstoff unterscheiden sie sich optisch von den Erythrozyten. Zu ihnen gehören unter anderem die Monozyten, Lymphozyten und Granulozyten. Letztere unterteilen sich in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Allensamt ist gemein, dass sie sich unter dem Dunkelfeldmikroskop für einen kundigen Anwender differenzieren und bestimmen lassen. Die Neutrophile sind auch als „Fresszellen“ (Phagozyten) bekannt.

Sie können Eindringlinge durch bestimmte Substanzen nicht nur abtöten oder außerzelluläre Fallen stellen, sondern auch in sich aufnehmen und verdauen. Das lässt sich gut im Dunkelfeld beobachten. Eine Erhöhung der eosinophilen und basophilen Granulozyten kann einen Hinweis auf Allergien, parasitäre oder toxische Belastungen geben. Erhöhte Basophile kommen aber nur selten vor und sind schwer zu erkennen, da ihr Anteil nur unter ein Prozent der Granulozyten ausmacht.

Lymphozyten lernen durch Prägung, welche Zellen körpereigen und körperfremd sind. Sie produzieren Antikörper, die fremde Zellen markieren und bringen so andere Zellen dazu, infizierte Zellen zu bekämpfen. Ein Mangel kann auf bösartige Veränderungen des Knochenmarks, Erkrankungen des Immunsystems, Einnahme von immununterdrückenden Medikamenten, hohen Stress und Strahlungsbelastung hinweisen. Eine Erhöhung kann auf bösartige Tumore oder virale Infektionen deuten. Eine weitere Diagnostik ist notwendig.

Monozyten zerstören ebenfalls körperfremde Strukturen durch Aufnahme. Sie befinden sich ein bis drei Tage im Blut, bevor sie in Gewebe einwandern und andere Zellformen bilden. Ein Mangel an Monozyten kommt selten vor und ist aufgrund der geringen Anzahl schwer nachweisbar. Er kann auf Erkrankungen des blutbildenden (hämatologischen) Systems hinweisen. Eine Erhöhung der Monozyten (Monozytose) kann unter anderem ein Hinweis auf hämatologische, infektiöse oder Autoimmunerkrankungen sein.

Für die Gerinnung des Blutes unerlässlich sind die Thrombozyten. Bei einer Verletzung setzen sie gerinnungsfördernde Substanzen frei, welche die Wunde verschließen. Auffälligkeiten der Thrombozyten können unter dem Dunkelfeldmikroskop analysiert werden. Eine verminderte Anzahl von Thrombozyten (Thrombozytopenie) und eine erhöhte Anzahl (Thrombozytose) können ebenso auf eine Erkrankung hinweisen wie Riesenthrombozyten oder Funktionsstörungen der Blutblättchen wie Gerinnungsstörungen (Thrombozytopathie).

Der deutsche Zoologe Professor Dr. Günther Enderlein erforschte im 19. Jahrhundert unter anderem über mehrere Jahrzehnte Nativblut im Dunkelfeldmikroskop. Seine Arbeit und dessen Ergebnisse wurden unter der Bezeichnung „Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein“ bekannt und werden heute noch praktiziert. „Für den Anfänger ist das viel zu schwierig und komplex.“ meint Andreas Gerzen vom „Ausbildungszentrum Naturheilkunde“ in Datteln. Dort bildet der erfahrene Heilpraktiker regelmässig Wissenschaftler, Ärzte, Heilpraktiker, Tierheilkundler und Interessierte am Dunkelfeldmikroskop aus.

Gerzen betont, wie wichtig die praktische Erfahrung ist: „Nur ein Dunkelfeld-Mikroskop zu kaufen, reicht nicht. Einige Anwender wissen nicht einmal, wie sie ihr Mikroskop korrekt einstellen.“ Er bemängelt die teilweise ungeeigneten Geräte, die es am Markt zu erwerben gibt. „Statt Plan Achromate werden Semiplan Achromate bei den Objektiven verwendet. Der Kondensor ist nicht abgestimmt, die Lichtquelle zu dunkel.“ Der gelernte Ingenieur hat viele Jahre in die Entwicklung eigener Mikroskope investiert, die er im Ausbildungszentrum und Online vertreibt. Auch über den Kauf hinaus bietet er weitere Beratung und Service deutschlandweit.

Zu den Vorzügen der Dunkelfeldblutdiagnostik hat er viel zu sagen. „Wenn ein Patient schnell Hilfe benötigt, kann ich innerhalb weniger Minuten aussagekräftige Ansätze liefern und eine Therapie einleiten.“ Er warnt aber auch davor, zu viel in die Dunkelfeldanalyse hinein zu interpretieren. „Nicht alles was dort zu sehen ist, ist pathologisch.“ sagt er und nutzt dabei Begriffe wie „Morbus Airbubble“ oder „Morbus Fussel“ für Fussel, die sich auf verunreinigten Objektträgern befinden.

„Belastungen lassen sich schneller erkennen. Ich muss nicht warten, bis sie pathologisch werden.“ äußert Gerzen. Im Umkehrschluss bedeutet das laut Gerzen nicht, dass sich jede Erkrankung im Vitalblut reflektiert oder dort erkennbar ist. „Die Dunkelfeld-Vitalblutanalyse kann Hinweise auf Erkrankungen und Belastungen geben. Daher ist die Befragung des Patienten zu Auffälligkeiten und Wohlbefinden unerlässlich.“ sagt der Heilpraktiker. „Weitere ergänzende Diagnostik führt zu sichereren Ergebnissen.“

Um Blutbilder auszuwerten, bedarf es nach Gerzen umfangreicher Erfahrung. „Neben dem Wissen über Blut- und Krankheitsbilder benötigt eine Auswertung auch Erfahrung in der Bewertung pathologischer Ergebnisse.“ Gerzen gibt zu bedenken, dass auch die Dunkelfelddiagnose ihre Grenzen hat. Nicht alles lässt sich eindeutig erkennen und bewerten. „Wenn ich mir nicht sicher bin, verzichte ich auf eine Deutung und entsprechende Äußerungen gegenüber dem Patienten.“ Er möchte nicht mit zweifelhaften Äußerungen und Kollegen in einen Topf geworfen werden, die haarsträubende Diagnosen stellen.

„Die optischen Grenzen dessen, was ich im Lichtmikroskop sehen kann, liegen bei rund 200 Nanometer.“ bestätigt Gerzen. Das hängt mit der Wellenlänge des sichtbaren Lichtes zusammen und wurde von Ernst Abbe im Jahr 1973 wissenschaftlich präzise begründet. Praktisch entspricht das einer maximalen Vergrößerung von bis zu 1.200-fach. Die meisten Viren und auch Hormone sind kleiner und damit nicht sichtbar. Bakterien lassen sich gut erkennen und es gibt laut Andreas Gerzen Anzeichen im Blut, die auf eine Virusinfektion deuten können.  

Einige Wissenschaftler, Krankenhäuser, Naturheilkundler, Heilpraktiker und auch Schulmediziner nutzen die Dunkelfeld-Vitalblutdiagnose ergänzend zu herkömmlichen Verfahren. Dieses Verfahren eignet sich auch für die Tiermedizin. Fachtierarzt für Kleintiere Dr. Eugen Schabel nutzt die Dunkelfeld-Vitalblutdiagnostik in seiner ganzheitlichen Kleintierpraxis für Tiergesundheit in Neuss. Zusammen mit seiner aus der Humanmedizin stammenden Frau Barbara begleitet er Tiere und ihre Besitzer bei der Gesunderhaltung und Therapie.

„Es ist uns wichtig, alle uns möglichen Maßnahmen zur Gesundung des Tieres ausschöpfen zu können und das Umfeld mit einzubeziehen.“ Dazu arbeitet das Team intensiv mit Haltern und Beteiligten zusammen und vermittelt bei Bedarf entsprechende Fachleute. Die Eheleute bekunden: „Wir wünschen uns, dass zwischen den Therapeuten zukünftig noch besser zusammengearbeitet wird und verschiedene Diagnose- und Therapieverfahren aus Schulmedizin und alternativen Verfahren optimaler integriert werden. Dazu bedarf es einer intensiven öffentlichen Aufklärung über verfügbare Möglichkeiten.“ Weitere Informationen gibt es hier: http://www.dunkelfeld-blutdiagnostik.de, http://www.dunkelfeldausbildungszentrum.de, http://www.dr-schabel-tiergesundheit.de.

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